Dolomiten - Grosse Zinne - Nordwand - Comici

Es verdient schon besondere Anerkennung, dass Emilio Comici bereits Anfang der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts an eine Durchsteigung dieser imposanten Wand glaubte. Auch wenn die Route etwas außerhalb der Ideallinie im rechten Wandteil emporzieht, stellt sie sicher einen Markstein der Kletterentwicklung in den Dolomiten dar. Der Fels ist zinnenüblich nicht besonders solide, aber durch die vielen Begeher weitestgehend ausgeputzt.
Wir kamen an jenem Julimorgen des Jahres 1995 ein paar Minuten zu spät zum Einstieg und mussten uns als dritte Seilschaft in die Schlange einreihen. Leider hatte das vorderste Team -zwei Bekannte von mir aus Stuttgart- nicht gerade ihren schnellsten Tag. So durften wir an jedem Stand längere Zeit warten und konnten die eindrucksvollen Tiefblicke genießen.
Unsere Finger wurden an diesem Tag in der Nordwand nie richtig warm und so musste im unteren Teil auch der eine oder andere Haken als Griff oder Tritt herhalten. Der Kamin vor dem Quergang im oberen Teil war triefend nass, ging aber trotzdem recht gut. Auf dem Ringband querten wir zum Normalweg und in Anbetracht des zu hörenden Donnergrohlens verzichteten wir zum grössten Bedauern Achims auf den Gipfel.
(1995)






Viele Haken...

Vor dem Italienerbiwak

Kamin im oberen Teil

Blick zur Hasse-Brandler