Montblanc du Tacul - Supercouloir


Supercouloir
    Als einer der großen Eisklassiker der Alpen stand das Supercouloir natürlich schon lange auf meinem alpinen Wunschzettel. Eigentlich wollten wir an diesem Wochenende Wasserfälle klettern, aber ein Warmlufteinbruch ließ uns in die Höhe flüchten. Wir fuhren am Vorabend zur Midi und übernachteten im Simmondbiwak. Morgens gings dann mit Ski zum Einstieg. Für den direkten Einstieg und das Couloir rauf bis ans Ende der Schwierigkeiten sowie das Abseilen haben wir gut 7,5h benötigt. Danach fuhren wir weiter zur bewirtschafteten Requinhütte. Am nächsten Tag dann gemütlich Richtung Montenvers. Die Abfahrt nach Chamonix runter war leider stellenweise schneefrei so dass wir die Ski immer mal wieder tragen mussten. (Februar 2011)

Direkter Einstieg

Die Schwierigkeiten hängen stark von den Verhältnissen ab. Mit viel Eis ist es deutlich leichter. Wir hatten vor allem unten fast kein Eis, aber wenigstens das Glück, dass es mit knapp unter Null Grad für die Jahreszeit relativ warm war. Es stecken einige Normalhaken, aber zusätzliche Keile und Friends sind anzuraten. Am besten klettert man den Einstieg in zwei Seillängen, dann hat man einen Bohrhakenstand. Insgesamt dürfte meistens der Einstieg über den Gervasuttipfeiler die etwas leichtere Möglichkeit sein, das eigentliche Couloir zu erreichen.

1.SL

Rückblick zum 1.Stand

Beginn 2.SL

2.SL, hier ist oft mehr Eis

3.SL

Das Couloir

Im Couloir selbst hatten wir meist viel Eis.Von unten sieht es recht flach aus, es kommen aber immer wieder steilere Passagen. Nach Wasserfallmaßstäben dürften die Schwierigkeiten bei WI3 mit Stellen WI4 liegen. Die letzte Seillänge dann etwas WI 4-5. Obwohl es zuvor längere Zeit nicht geschneit hatte, kamen bei uns immer wieder lästige Spindrifts. Alle 40-50m findet man eingerichtete Stände aus 3-4 Normalhaken und mehreren Schlingen. Bis auf die letzten beiden sind diese immer auf der rechten Seite (in Aufstiegsrichtung). Vom Ende des direkten Einstieges bis zum Ende der Schwierigkeiten sind es 7 Seillängen.

Beginn des Couloirs

Tiefblick

Im Couloir

Spindrift

Die letzte und steilste Seillänge